Niederbayerns Grüne besichtigen Windräder in Wiesenfelden

„Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zur Sicherung von Arbeitsplätzen“

Es gibt sie, die niederbayerischen Erfolgsgeschichten. Grüne aus allen Landkreisen in Niederbayern kamen in den Ortsteil Schiederhof der Gemeinde Wiesenfelden im Landkreis Straubing-Bogen um mit dem Betreiber Ostwind zwei Windkraftanlagen zu besichtigen. Landratskandidatin Maren Lex und der Deggendorfer Kreisrat Matthias Schwinger organisierten den Termin, mit dabei war Rosi Steinberger als Mitglied des Landtags und die zwei Bezirksratsvorsitzendenen Olivia Kreyling und Matthias Ernst. Zur Zeit drehen sich 2 Windräder, Ende des Jahres werden es bereits 3 Windräder sein. Die speziell für das Binnenland entwickelten Anlagentypen mit einem Rotordurchmesser von 135 bzw. 150 m stehen für mehr Effizenz, stärkere Erträge und niedrigere Geräuschemissionen. Mit der dritten Anlage sollen insgesamt jährlich mehr als sieben Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugt werden.

Kreis- und Marktrat Matthias Schwinger, Rosi Steinberger MdL und Projektentwickler Georg Freiherr von Aretin

Die 10-H-Regel verhindert derzeit noch viele Windkraftprojekte. Projektentwickler Georg Freiherr von Aretin würde gerne mehr Windräder in Bayern bauen. Gäbe es die Gesetzgebung nicht, die Kommunen würden sich nicht sperren – so auch die Wahrnehmung vom Ostwind-Projektentwickler: „Die Gemeinden fragen gezielt nach, nicht nur wegen des Bonus. Die wollen das mittlerweile.“ Ein guter Grund für die kommunale Akzeptanz: durch die im vergangenen Jahr eingeführte Neuregelung können Städte und Gemeinden im Umkreis von 2500 Metern einer neuen Windenergieanlage über 20 Jahre lang mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde erzeugten Windstroms am Ertrag beteiligt werden. Für die Anlage in Schiederhof bedeutet das jährlich rund 14000 Euro. Davon gehen 72 Prozent an die Gemeinde Wiesenfelden, 26 Prozent an die Stadt Wörth und 2 Prozent an die Gemeinde Rettenbach. So lässt sich effizient sauberer Ökostrom erzeugen, ohne den Wald in seiner zentralen Funktion zu beeinträchtigen.

Die beiden Windräder versorgen derzeit ca. 5500 Haushalte mit Strom. Der Deggendorfer Kreisrat Matthias Schwinger „Wir brauchen auch im Landkreis Deggendorf Windräder, sie erzeugen günstigen und erneuerbaren Strom für Industrie, Handwerk und Haushalte. Der Strom von Windanlagen wird zu Kosten von ca. 7 Cent pro kWh erzeugt, jedes Windrad steht für nachhaltige Arbeitsplätze und Wohlstand.“
Bereits vor ca. 10 Jahren gab es Planungen für den damals größten Windpark eines Tochterunternehmes des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Deggendorf mit einer Leistung von über 30 MW. Der damalige Landrat Christian Bernreiter reduzierte bei der Regionalplanung die Flächen für die Windkraftnutzung jedoch deutlich. Diese Veränderung verhinderte den Ausbau der Windkraft und die Energiewende im Landkreis Deggendorf.

Maren Lex

Die grüne Landratskandidatin Maren Lex: „Bei der Windenergie steht der Landkreis Deggendorf nicht vor dem Bayerischen Wald sondern sprichwörtlich hinter dem Wald.“ Die Landschaftsarchitektin und Kreisrätin Lex spricht sich für Windanlangen aus, an denen sich auch Bürger*innen finanziell beteiligen können und eine Rendite erzielen.
Rosi Steinberger als Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz und Umweltschutz merkte an, dass nicht nur die Klimakatastrophe sofortiges Handeln erzwinge, sondern auch die Abhängigkeit von russischem Gas: „Der verbrecherische Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Situation auf den Energiemärkten drastisch verschärft und legt die Versäumnisse der bayerischen Energiepolitik schonungslos offen,“ erklärt Rosi Steinberger. „Der Ausbau der Windkraft wurde jahrelang regelrecht abgewürgt und die Wirtschaft in Bayern ist noch immer extrem abhängig von Gas- und Ölimporten aus Russland.“

Man könne bereits jetzt beobachten, dass klimaneutraler Wasserstoff für die energieintensive Industrie nur dort produziert wird, wo es ausreichend Windräder gibt. „Niederbayern braucht Windräder,“ sind sich deshalb die grünen Bezirksvorstände Olivia Kreyling und Matthias Ernst sicher.

An diesen Nachmittag war das Prasseln des Regens auf den Regenschirmen viel lauter als die sehr leisen Windräder …

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